Nach sieben Jahren Mitgliedschaft in der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Neustadt/Nord, deren Leitung wir fünf Jahre lang innehatten, wagte meine Frau den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Naturkostladen Hollerbirl entstand. Der Versuch startete 1995 in unserem Einfamilienhaus in einem Raum mit 12 qm; Größe. Bereits ein Jahr später siedelte er in mein Arbeitszimmer mit gut
20 qm; um. 1999 durchbrachen wir die Außenmauer, verdoppelten die Verkaufsfläche. Es wurde ein Lastenaufzug vom Erdgeschoss in den Keller und im Keller eine Kühlzelle eingerichtet. 2002 entstand als letzte Maßnahme aus der ehemaligen Garage ein Verkaufsraum, der die Verbindung zur Straße herstellte. Der Naturkostladen bietet jetzt in drei Räumen über 70 qm; Verkaufsfläche.

Mit dieser Vergrößerung 1999 wurde das Energiekonzept grundlegend überarbeitet: Das Ziel hieß: Weg von primärer Energie, hin zu regenerativen Energiequellen.
Im Frühjahr 2000 wurde das neue Herzstück für die Warmwassererzeugung sowohl für Heizungsnutzwasser als auch für Brauchwasser installiert. Es ist ein HDG-Festbrennstoffkessel mit 22 kW Leistung, der mit Scheitholz aus der nahen Umgebung beheizt wird. Die durch den Festbrennstoff erzeugte Wärme wird an einem entsprechend groß ausgelegten, gut isolierten Pufferspeicher abgegeben, der wiederum nach Bedarf die Abnehmer (Brauchwasserspeicher, Fußbodenheizkreis oder Konvektionsheizkreis) bedient. Nur für Notzeiten steht ein kleiner Ölbrenner daneben bereit, der z.B. in diesem Winter keinen Tag in Betrieb war.
Die Abwärme der Kühlzelle, der Frischwarenkühltheke mit Umluftkühlung und des Klimagerätes über der Obst- und Gemüseabteilung zur Temperatursenkung im Laden an heißen Sommertagen wird in einen 500 l fassenden Brauchwasserspeicher zurückgeführt.
Die bereits vorher vorhandenen Sonnenkollektoren speisen ihre Wärmeenergie zunächst ebenfalls in den Brauchwasserspeicher und anschließend, wenn dieser 55 ºC erreicht hat, in den Pufferspeicher ein.
Mit dem überarbeiteten Heizkonzept wird nicht nur Wärmeenergie wiedergewonnen, sondern es steht auch dem Laden wie dem Privathaus zu jeder Tages- und Nachtzeit ausreichend Warmwasser zur Verfügung, das fast ausschließlich aus regenerativen Quellen stammt.
Auf der nach Süden ausgerichteten Dachfläche wurden bereits im Oktober 1999 32 m⊃2; Photovoltaik-Solarmodule im Rahmen des damaligen 100 000 Dächer-Programmes mit einer Leistung von 3,3 kWp montiert, die im Durchschnitt gut 2800 kWh/Jahr leisten. Damit kann allerdings nur gut ein Achtel des heutigen Jahresverbrauches durch Laden und Privathaus ausgeglichen werden.
2001 stellten wir den Strombezug von EON auf Naturstrom um und bezahlen seither Ökostrom von der NaturStromHandel GmbH, Schwäbisch –Hall. Im Jahr 2006/2007 bezogen wir 23900 kWh.
2005 erweiterten wir die Photovoltikanlage um 3,7 kWp und können nun jährlich insgesamt um 6500 kWh Strom mit Hilfe der Sonne erzeugen. Die Photovoltaikanlagen laufen auf meinen Namen.

Die Toilettenspülung für den Privatbereich wie für die Beschäftigten des Ladens wird mit Regenwasser gespeist. Die Regenwasseranlage wurde mit der Errichtung des Wohnhauses bereits 1992 realisiert. Wir sparen so jährlich ca. 65 – 70 m⊃3; Trinkwasser ein.

Soweit es jahreszeitlich und organisatorisch möglich ist, werden regionale Produkte verkauft.

Der Laden wird arbeitsintensiv organisiert, d.h. es wird an der Käse- und Wurstwarenfrischkühltheke sowie beim Obst- und Gemüse bedient. Großer Wert wird dabei auf die Beratung gelegt.